Arbeitnehmer, die sich Überstunden auszahlen lassen, machen nicht immer einen Gewinn. In der Regel sind Steuern und Versicherung fällig, die durchaus das Nettogehalt mindern können. Eine ganze Reihe Arbeitgeber zahlen die Überstunden nicht aus, sondern gleichen die Mehrarbeit durch Freizeit aus. Die Internetseite der Arbeiterkammer Österreich definiert den Begriff Überstunden und informiert detailliert darüber.

Überstunden und die gesetzten Grenzen

Mit Überstunden ist Mehrarbeit bezeichnet, die über der wöchentlichen Arbeitszeit liegt. Die wöchentliche Arbeitszeit ist im Gesetz sowie in den Kollektivverträgen geregelt. Die Arbeiterkammer hat für Mehrarbeit und ihre Abgeltung klare Regeln geschaffen. Diese Regeln beinhalten die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers. Diese darf der Arbeitgeber auch bei der Forderung von Mehrarbeit nicht verletzen. Bei Teilzeitangestellten ist es kompliziert. Mehrarbeit ist erst dann zum Ausgleich fällig, wenn die Arbeitszeit durch die Überstunden die tägliche oder wöchentliche Normalarbeitszeit (Vollzeit) überschreitet. Die genannten Überstunden ist Mehrarbeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes (AZG). Kollektivverträge beinhalten für Arbeitnehmer hinsichtlich der Mehrarbeit günstigere Regelungen. Für jeden Arbeitnehmer gilt, die tägliche Arbeitszeit darf zehn Stunden nicht überschreiten.

Die geleisteten Überstunden abgelten lassen

Die Überstunden auszahlen lassen erfolgt

  • in Geldform mit einem Zuschlag von 50 Prozent,
  • durch Freizeit, wobei hier eine Überstunde 1,5 Zeitausgleichsstunden beträgt oder
  • im Mischverhältnis, eine teilweise Auszahlung der Überstunden in Geld sowie den Rest als Freizeitausgleich.

Für die Mischform sind detaillierte Arbeitsaufzeichnungen notwendig, die ähnlich einer Stempelkarte Beginn und Ende der Arbeitszeit auflisten. Ist eine automatische Aufzeichnung wie Stempeluhr oder Ähnliches nicht vorhanden, führt der Arbeitnehmer eine Liste. Auf dieser lässt er sich nach Dienstschluss den Eintrag vom Arbeitgeber bestätigen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können eine Überstundenpauschale vereinbaren. Diese Pauschale enthält eine durchschnittliche Anzahl Mehrarbeitsstunden. Leistet der Arbeitnehmer mehr Stunden, sind diese zusätzlich abzugelten.

Die Überstunden in Geld auszahlen lassen

Schreibt der Kollektivvertrag keine andere Regelung vor oder ist ein solcher Vertrag nicht vorhanden, greift die gesetzliche Regelung. Diese schreibt für die finanzielle Abgeltung der Überstunden vor, die Zuschläge für Mehrarbeit auf den Grundstundenlohn zu addieren. Für verschiedene Kollektivverträge ist ein Divisor für die Berechnung der Überstunden vorhanden. Diesen erfragen Interessenten in der Rubrik Beruf & Karriere. Der Betrag für die geleistete Mehrarbeit kommt zum normalen Gehalt hinzu. Der Arbeitgeber ist nur für den Ausgleich der von ihm angeordneten Überstunden verpflichtet.

Überstunden in Geld oder Freizeit ausgleichen

Überstunden auszahlen lassen in Geld erhöht das Gehalt und führt zu höheren Abgaben. Der Ausgleich in Freizeit ist nicht bei allen Arbeitgebern möglich. Man denke an einen kleinen Betrieb, der mit wenigen Mitarbeitern auskommen muss. Dieser gleicht die Überstunden lieber in Geld aus.

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